Die Firma Kistenberger
stiftete der Stadt Bruchsal das Schieferdach des barocken
Zwiebelturms auf dem Krankenhaus
IKarlsruhe Anlässlich der 100-Jahr-Feier
seines Dachdeckerbetriebes hat Hans-Peter Kistenberger,
Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks von Baden-Württemberg,
seiner Heimatstadt Bruchsal eine ungewöhnliche Spende
gemacht: Er stiftete das Schieferdach des historischen
Glockenturms auf dem Spitalbau des Bruchsaler Krankenhauses.
Dabei hat Kistenberger nicht nur die volle Arbeitsleistung
beim Eindecken des barocken Zwiebelturmes gestiftet, sondern
auch den größten Teil des Materials. Den anderen
verdankt die Stadt Bruchsal der Schieferfirma Rathscheck,
die sich bei der Dachdeckerfachmesse Dach + Wand in Leipzig
von Kistenbergers Begeisterung für das Projekt anstecken
ließ und spontane Hilfe zusagte.
Nun ist der Turm wieder an seinem Platz. In Millimeterarbeit
hat der Führer eines riesigen Autokrans einer Luxemburger
Spezialfirma den acht Tonnen schweren Turm auf seinen Schaft
gehievt. Zahlreiche Zuschauer verfolgten mit Spannung, wie
der Wind mit
Böen um die 30 Stundenkilometer an dem schwebenden
Turm zerrte, und wie er dann doch, langsam aber sicher
an seinen Bestimmungsort glitt. Dort standen neben Kistenberger,
seinem Sohn Heiko und den Mitarbeitern auch etliche Zimmerer
bereit, um die Holzbeine einzupassen und den Turmhelm fest
zu verankern. Währenddessen blieb das Bauteil sicherheitshalber
am Kran hängen. In den nächsten Tagen schließen
die Dachdecker noch den Spalt zwischen Turmhelm und Schaft
mit Schiefer.
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Danach wird die Blitzschutzanlage
installiert. Zuletzt wird die gesamte Schieferfläche
um den neuen Glockenturm gerichtet und ausgebessert.
Die Arbeiten an dem Turm waren zuletzt vor der Fürst-Stirum-Klinik am eingerüsteten
Turm durchgeführt worden. Dort feierte die Firma Kistenberger zusammen mit
den beteiligten anderen Gewerken, den Verantwortlichen der Stadt Bruchsal und
der Klinik auch das obligatorische Richtfest. „Wir wollten den Bürgern
das einmalige Werk ganz aus der Nähe präsentierten“, erklärte
Kistenberger, der sich nicht nur als Landesinnungsmeister, sondern auch als Obermeister
der Innung Karlsruhe für sein Handwerk engagiert, und außerdem auch
als CDU-Stadtrat in seiner Heimatstadt Bruchsal Verantwortung trägt.
Klar, dass ihm vor allem der
Dank des „Fördervereins Glockenturm“ gilt,
der mehr als zehn Jahre lang für den Wiederaufbau
des Turms gekämpft hatte, wie der ehemalige Staatssekretär
Heinz Heckmann beim Richtfest betonte. Der Bruchsaler Oberbürgermeister
Bernd Doll sprach sogar von einer „ungewöhnlich
großzügigen Spende“. Denn nur so sei es
gelungen, den Bau, der eigentlich wegen der finanziellen
Notlage der Gemeinde hätte gestrichen werden müssen,
nun doch noch in die Tat umzusetzen. Und dies noch rechtzeitig
vor dem 100 Geburtstag des Krankenhauses. Womit sich zwei
100-Jährige ein Denkmal geschaffen haben, das weit über
das Bruchsaler Land hinausragt. Sozusagen bis in die Zukunft
hinein.
Monika John |